GreenTech-Award 2026

GreenTech-Award 2026
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Der weltweite Übergang zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaftsweise lässt sich nur durch stetige technologische Innovationen erfolgreich bewältigen. Ganz gleich, ob im traditionellen Umweltsektor, im klassischen Maschinenbau oder in der Zulieferindustrie: Unternehmen stehen heute branchenunabhängig vor der Herausforderung, ressourcenschonende und klimafreundliche Ansätze fest in ihren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zu verankern. Dem innovationsstarken Mittelstand kommt hierbei eine fundamentale Bedeutung zu, da er mit seinen zukunftsweisenden Entwicklungen den Weg für moderne Umwelt- und Klimatechnologien maßgeblich ebnet.

Mit dem „GreenTech-Award 2026“ macht die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) diese spezifischen Forschungs- und Entwicklungsleistungen sichtbar. Die eigeninitiativ durchgeführte Untersuchung legt den Fokus gezielt auf mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter 1 Mrd. Euro, deren erteilte Patente einen klaren Bezug zu umweltrelevanten Feldern aufweisen. Durch diese bewusste Eingrenzung des Umsatzvolumens wird eine valide, faire Vergleichbarkeit geschaffen, die die Innovationskraft jener Akteure würdigt, die abseits globaler Großkonzerne agieren.

Als objektiver und neutraler Gradmesser der Studie dient die patentbasierte Innovation: Amtlich erteilte Patente gelten als verlässlicher Beleg für greifbaren technologischen Fortschritt.

Methodik und Auszeichnung

Methodisch basiert die Untersuchung auf einer unabhängigen Datenanalyse weltweit erteilter Patente im Zeitraum von Januar 2024 bis Mai 2026. Eine aktive Bewerbung oder Teilnahme der Unternehmen war nicht erforderlich. Um sowohl die Quantität als auch die Qualität der Forschungsleistung präzise abzubilden, flossen neben der reinen Patentanzahl auch die Zitationshäufigkeit gleichberechtigt in den finalen Gesamtscore ein.

Die Analyse orientiert sich strikt an den acht von der OECD definierten Technologiefeldern der „Environment-related technologies“. Die Untersuchung umfasst somit die folgenden Kernbereiche:

  • Wasserbezogene Anpassungstechnologien
  • Energie (Erzeugung, Übertragung, Verteilung)
  • Verringerung von Treibhausgasen
  • Transportwesen
  • Klimafreundliche Gebäude-Technologien
  • Abwasserbehandlung und Abfallentsorgung
  • Klimafreundliche Warenproduktion
  • Umweltmanagement

Fünf technologische Schrittmacher auf den vordersten Rängen

Prämiert wurden insgesamt 232 Unternehmen, die ein facettenreiches Bild der heimischen Innovationskraft zeichnen. Diese hohe Zahl dokumentiert die enorme Forschungsaktivität im hiesigen Mittelstand. An der Spitze der Untersuchung etabliert sich ein starkes Quintett, das mit zukunftsweisenden Patenten technologische Meilensteine in seinen jeweiligen Disziplinen setzt.

Den ersten Platz im deutschen Gesamtklassement sichert sich die FEV Group GmbH aus Aachen. Als weltweit führender, unabhängiger Entwicklungsdienstleister treibt das Unternehmen die Mobilität von morgen maßgeblich voran. Seine patentbasierte Kraft entfaltet FEV in den Technologiefeldern „Transportwesen“ und „Energie“: Mit wegweisenden Patenten für hocheffiziente Wasserstoff-Verbrennungsmotoren, intelligente Energiemanagement-Systeme für Elektrofahrzeuge sowie zukunftsweisende Brennstoffzellen-Abwärmenutzung liefert das Unternehmen der Industrie die technologische Basis für den klimaneutralen Verkehr.

Direkt dahinter folgt die Reinz-Dichtungs-GmbH aus Neu-Ulm, bekannt unter der Weltmarke Victor Reinz. Als Automobilzulieferer beweist das Unternehmen eindrucksvoll, wie Kernkompetenzen erfolgreich auf die Anforderungen des Klimaschutzes übertragen werden. REINZ überzeugt durch Schlüsselpatente im Technologiefeld „Klimafreundliche Gebäude-Technologien“ sowie in der modernen Energietechnik. Das Unternehmen hält zentrale Patente für hochpräzise Bipolarplatten, die das Herzstück von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren zur Wasserstoffherstellung bilden.

Den dritten Platz belegt die iPEK International GmbH aus Sulzberg. Das Allgäuer Unternehmen ist ein weltweit führender Spezialist für Kanal- und Rohrleitungsinstitutionssysteme. Seine Innovationskraft entfaltet iPEK im Technologiefeld „Abwasserbehandlung und Abfallentsorgung“. Mit hochmodernen, kamerabasierten Inspektionsrobotern und patentierten Analyseverfahren sorgt das Unternehmen dafür, dass unterirdische Abwasserinfrastrukturen präzise überwacht, Leckagen frühzeitig erkannt und somit gravierende Umwelt- und Grundwasserschäden proaktiv verhindert werden.

Auf Rang vier positioniert sich die Hengst SE aus Münster. Das traditionsreiche Familienunternehmen hat sich vom klassischen Filtrationsspezialisten zu einem führenden Anbieter für grüne Transformation entwickelt. Hengst punktet mit wegweisenden Patenten im Technologiefeld „Umweltmanagement“ sowie im Transportsektor. Die patentierten, hochgradig nachhaltigen Filtrationslösungen – von innovativen Ionenbeuteln für Brennstoffzellensysteme bis hin zu ressourcenschonenden Öl- und Luftfiltersystemen aus Recyclingmaterialien – reduzieren den Verschleiß und den Schadstoffausstoß in modernen Industrie- und Antriebsanwendungen drastisch.

Das Spitzenquintett wird von die EKPO Fuel Cell Technologies GmbH aus Dettingen an der Erms komplettiert. Als Joint Venture von ElringKlinger und Plastic Omnium konzentriert sich das Unternehmen voll und ganz auf die Dekarbonisierung des Verkehrs und der Industrie. EKPO überzeugt in der Datenanalyse durch prägende Patente im Technologiefeld „Energie (Erzeugung, Übertragung, Verteilung)“. Ihre hochentwickelten, patentierten Brennstoffzellenstacks zeichnen sich durch eine marktführende Leistungsdichte aus und ermöglichen emissionsfreie Antriebe in Nutzfahrzeugen, Bussen, Zügen und Schiffen.

Ein facettenreiches Technologiespektrum über alle Industriezweige

Dass umweltrelevante Innovationen im deutschen Mittelstand ein branchenübergreifendes Phänomen sind, verdeutlicht der Blick auf das weitere Teilnehmerfeld. Unter den Preisträgern zeigt sich eine enorme wirtschaftliche Spannweite, die weit über den klassischen, reinen Öko-Sektor hinausgeht. So finden sich im Ranking etablierte Zulieferer und Mobilitätsexperten wie die Kiekert AG (Schließsysteme) oder die BOS GmbH neben weltbekannten Konsumgüter- und Haushaltsmarken wie der BLANCO Gruppe (Spülen und Küchenlösungen).

Auch die Entsorgungs- und Nutzfahrzeugindustrie ist stark vertreten: Unternehmen wie die ZÖLLER-KIPPER GmbH und die Faun Umwelttechnik GmbH & Co. KG beweisen mit ihren Patenten für CO₂-neutrale, wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge und emissionsarme Logistiklösungen, dass der Wandel in der kommunalen Infrastruktur und Kreislaufwirtschaft von innovativen mittelständischen Maschinenbauern angeführt wird. Einen völlig anderen, aber hochinnovativen Ansatz steuert zudem die revalyu Resources GmbH bei, die mit patentierten Verfahren das chemische Recycling von PET-Flaschen zu hochwertigem Textilpolyester revolutioniert.

Das Zusammenspiel aus gewachsener Substanz und forschungsstarker Agilität

Die Untersuchung verdeutlicht zudem, dass eine traditionsreiche Marktpräsenz hervorragend mit zukunftsweisendem Erfindergeist harmoniert. So belegen renommierte Spezialisten wie der Filterspezialist Neenah Gessner GmbH oder die Neoperl GmbH (Weltmarktführer für Strahlregler in der Sanitärtechnik), dass jahrzehntelange Erfahrung der perfekte Nährboden für kontinuierlich erneuertes Patentportfolio und maximale Ressourceneffizienz beim alltäglichen Wasserverbrauch ist.

Gleichzeitig bildet das Ranking ein regelrechtes Innovations-Cluster für die Energie- und Mobilitätswende. Neben etablierten Batterie-Größen und Tech-Akteuren wie der PowerCo SE, der Customcells Holding GmbH, der Varta Microbattery GmbH oder der Skeleton Technologies GmbH stoßen forschungsstarke Pioniere der Wasserstoff-Zukunft in die Top-Ränge vor. Unternehmen wie die cellcentric GmbH & Co. KG, die Aerostack GmbH sowie die Quest One GmbH bündeln wegweisende Patente für Brennstoffzellen- und Elektrolysesysteme. Zusammen mit radikal neuen Mobilitätsansätzen, wie den elektrischen Flugantrieben der Lilium GmbH, treiben diese agilen Akteure die technologischen Grenzen der Dekarbonisierung massiv voran. In der Summe zeigt das deutsche Ergebnis des GreenTech-Awards 2026, dass der forschungsstarke Mittelstand die ökologische Transformation über alle Disziplinen hinweg technologisch anführt.

Eine Übersicht über alle Preisträger finden Sie hier.