Versteckte Gefahr im Internet: Woran Verbraucher Fake-Shops erkennen

Versteckte Gefahr im Internet: Woran Verbraucher Fake-Shops erkennen

In Zeiten der Corona-Pandemie kaufen immer mehr Menschen online ein. Dies ruft jedoch auch kreative Betrüger auf den Plan, die auf gefälschten Verkaufsplattformen im Internet scheinbar unschlagbar günstige Schnäppchen oder andernorts ausverkaufte Güter anbieten. Um sein Geld nicht an derlei Scharlatane zu verlieren, sollten Verbraucher auf bestimmte Merkmale eines Onlineshops achten.

Rechtliche Pflichten

Der erste Besuch einer Verkaufsplattform sollte stets unter Vorsicht erfolgen: hat die Seite ein Impressum, das den Betreiber, seine Adresse, Kontaktmöglichkeiten und seine Vertretungsberechtigten erkennen lässt? Sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) ausgewiesen? 

Doch auch wenn diese Informationen vorhanden sind, können sie nicht als hinreichend für die Echtheit des Shops gelten. Denn Fake-Shops nutzen häufig kopierte AGBs von existierenden Websites und fälschen Unternehmensdaten im Impressum. Im Zweifel sollten Kontaktmöglichkeiten zum Händler vor Vertragsabschluss schon getestet werden. Seriöse Verkäufer werden auf verschiedenen Kanälen eine zügige Kontaktaufnahme ermöglichen. Bei Unstimmigkeiten lohnt es sich, misstrauisch zu werden. Vor allem wenn diese in Kombination mit einem nahezu unglaublich guten Angebot daherkommen.

Preise, Zahlung und unabhängige Bewertungen

Grundsätzlich sollten Händler eine größere Auswahl von Bezahlmöglichkeiten bieten. Zahlungen per Kreditkarte, Lastschrifteinzug oder dem Bezahldienst PayPal sind mittlerweile flächendeckend möglich. Shops, die Bestellungen ausschließlich per Vorkasse annehmen, sollten gemieden werden. 

Häufig werben Verkäufer auch mit positiven Kundenbewertungen oder zum Teil aggressiven Sonderangeboten. Treten hier ausschließlich euphorische Kunden auf, deren Sprachkenntnisse offenbar nur schwach ausgeprägt sind, ist dies ein Grund zur Zurückhaltung. Selbstredend sind Nachlässe von über 50 % zum Marktpreis stets verdächtig und können in Verbindung mit anderen Indizien Betrüger enttarnen. Unabhängige Seiten mit Verbraucherbewertungen oder Testergebnissen zum Shop können hier zur Orientierung dienen.

Umwirbt sich ein Shop zusätzlich mit Gütesiegeln von externen Anbietern, können Verbraucher deren Rechtmäßigkeit meist mit einem Klick auf das Siegel überprüfen. Sollte dies nicht funktionieren, muss eine Suche beim Gütesiegelanbieter Treffer liefern. Ist dies nicht der Fall, ist von einer Fälschung der vermeintlichen Zertifizierung auszugehen. 

Der Gesamteindruck zählt

Ein vertrauenswürdiger Onlinehändler wird sich stets bemühen, möglichst transparent sein Angebot darzustellen und dem Kunden flexible Zahlungsoptionen anzubieten. Es gibt für Konsumenten nie eine hundertprozentige Sicherheit, dass ein Onlineshop fair und rechtlich einwandfrei handelt. Achtsamkeit beim Vertragsschluss und ein gesundes Misstrauen beim Besuch einer unbekannten Adresse können böse Überraschungen ersparen. Wenn vorhanden, empfiehlt es sich zudem, bei Erstbestellungen in noch unbekannten Online-Shops eine Zahlmethode mit Käuferschutz wie z.B. PayPal zu wählen, bei der man im Ernstfall sein Geld zurückerhält.

Wenn nach dem Kauf mit Zahlungsmethoden wie Lastschrift oder Kreditkarte Unstimmigkeiten auffallen oder der Shop als Fake enttarnt wird, können Verbraucher versuchen, die Überweisung bei der Bank rückgängig zu machen. Die meisten Banken bieten hier kulante Regelungen an, wenn entsprechende Einspruchsfristen eingehalten werden. Auch die Verbraucherzentralen bieten Betrogenen ihre Unterstützung an. Bei gewerbsmäßigem Betrug sollte in jedem Fall eine Strafanzeige gestellt werden – auch zum Schutze zukünftiger interessierter Einkäufer.