META-STUDIE „PREISFAIRNESS 2026“

META-STUDIE „PREISFAIRNESS 2026“
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Ein attraktiver Preis allein macht aus Sicht von Verbraucherinnen und Verbrauchern noch kein faires Angebot. Entscheidend ist vielmehr, ob Preis und gebotene Leistung in einem überzeugenden Verhältnis stehen – und ob dieses Urteil auch über einen längeren Zeitraum Bestand hat. Gerade darin zeigt sich, welche Unternehmen Preisfairness nicht nur punktuell, sondern dauerhaft aus Kundensicht gewährleisten.

Genau hier setzt die DtGV-Meta-Studie „Preisfairness 2026“ an. Sie bündelt die Ergebnisse mehrerer Kundenbefragungen und macht sichtbar, welche Unternehmen über Jahre hinweg mit einem überdurchschnittlichen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Im Mittelpunkt steht damit bewusst nicht die Momentaufnahme, sondern die Konstanz der Bewertungen.

Grundlage der aktuellen Auswertung sind insgesamt 29 Einzelstudien aus den Jahren 2025, 2024 und 2023. Berücksichtigt wurden 2.770 Unternehmen, für die in der Regel Preis-Leistungs-Bewertungen aus allen drei Jahren vorlagen; in Ausnahmefällen flossen auch Unternehmen ein, für die Daten aus 2025 sowie aus mindestens einem weiteren Jahr verfügbar waren. Die Ergebnisse aus 2025 gingen mit 60 %, jene aus 2024 mit 25 % und die Werte aus 2023 mit 15 % in den jeweiligen Mehrjahres-Mittelwert ein. Anschließend wurden die Unternehmen 24 Segmenten zugeordnet, die insgesamt 406 Unterkategorien der zugrunde liegenden Einzelstudien zusammenfassen. Ausgezeichnet wurden jeweils die besten 25 % eines Segments.

Drogerien bleiben vorn – aber die Spitzengruppe wird bunter

An der Spitze des Gesamtrankings herrscht zunächst Kontinuität: Wie schon im Vorjahr erzielt dm mit einem Preisfairness-Score von 8,22 den höchsten Wert der gesamten Untersuchung. Rossmann folgt mit 8,08 ebenfalls erneut weit vorn. Dass Drogeriemärkte beim wahrgenommenen Preis-Leistungs-Verhältnis besonders stark abschneiden, überrascht wenig: Ein breites Sortiment des täglichen Bedarfs trifft hier auf hohe Preistransparenz und einen intensiven Wettbewerb, bei dem Preispositionierung seit jeher zum Markenkern gehört.

Auch die Lebensmittel-Discounter sind in der Spitzengruppe stark vertreten. ALDI Süd erreicht 8,13 Punkte und verteidigt damit zugleich Platz 1 im Segment „Lebensmittel & Getränke“. Lidl folgt mit 8,05 Punkten, ALDI Nord mit 8,00 Punkten. Damit zählen gleich drei Discounter zu den Unternehmen mit den höchsten Preisfairness-Scores der diesjährigen Studie.

Ebenfalls auf 8,13 Punkte kommt Emirates – und sorgt damit für eine der auffälligsten Veränderungen der diesjährigen Auswertung: Die Fluggesellschaft ist in der aktuellen Meta-Studie neu vertreten und steigt im Segment „Reise & Urlaub“ direkt auf Platz 1 ein. Zu den weiteren Unternehmen mit einem Score von mindestens 8,00 zählen die Shop Apotheke, Gmail und WISAG Catering. Preisfairness wird damit offenbar in sehr unterschiedlichen Märkten honoriert – vom Wocheneinkauf über digitale Dienste bis zur Gemeinschaftsverpflegung.

Elf neue Spitzenreiter

Auch unterhalb der absoluten Top-Scores zeigt sich deutlich mehr Bewegung als im Vorjahr. Zwar können 13 der 24 Segment-Sieger ihren ersten Platz verteidigen – darunter neben dm und ALDI Süd etwa Duden Learnattack, WIRmachenDRUCK, Shop Apotheke, DHL, Deichmann, Payback, Decathlon und Gmail. In elf Segmenten steht dagegen ein anderer Anbieter an der Spitze als im vergangenen Jahr.

Besonders eindrucksvoll gelingt der Sprung Krups. Der Haushaltsgerätehersteller verbessert sich im Segment „After-Sales-Support“ von Rang 16 auf Rang 1 und verdrängt Vorjahressieger Samsung auf den zweiten Platz. Unter After-Sales-Support werden dabei Leistungen verstanden, die nach dem Kauf eines Geräts anfallen können – beispielsweise Wartung, Reparatur oder technische Betreuung. Die Marke Krups blickt dabei auf eine ungewöhnlich lange Industriegeschichte zurück: Ihre Wurzeln liegen in einer Solinger Schmiede; ab Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich Krups zunächst mit Präzisionswaagen einen Namen, bevor in den 1950er-Jahren der Einstieg in Elektrokleingeräte folgte. Heute steht die Marke vor allem für Kaffee- und Küchengeräte – und in der Meta-Studie nun zugleich für den höchsten Mehrjahreswert beim After-Sales-Support.

Noch größere Rangbewegungen gibt es in anderen Segmenten. Die SWK verbessert sich im Bereich „Energie“ von Platz 25 auf Platz 1. Die Stadtwerke mit Wurzeln in Krefeld verbinden das klassische kommunale Versorgungsgeschäft mit einem bundesweiten Energieangebot – und setzen sich in der Preisfairness-Wertung vor Anbietern wie Naturwerke, Knauber Ökostrom und Emax Haustechnik. Im Segment „Freizeit & Unterhaltung“ springt abo-direkt.de sogar von Rang 40 an die Spitze; bei „Hobbys & Kunst“ verbessert sich idee. von Platz 20 auf Platz 1. Solche Verschiebungen zeigen, weshalb die Meta-Studie bewusst mehrere Jahre zusammenführt: Sie belohnt nicht nur einen einzelnen guten Befragungswert, lässt aber zugleich Raum dafür, dass sich veränderte Kundenerfahrungen im Zeitverlauf sichtbar niederschlagen.

Portale sorgen für Preistransparenz

Eine besondere Rolle spielen weiterhin Internetportale. Sie sind nicht nur selbst Gegenstand von Preis-Leistungs-Bewertungen, sondern beeinflussen in vielen Märkten auch, wie Verbraucher Preise wahrnehmen und Angebote miteinander vergleichen. Der diesjährige Sieger Booking.com ist dafür ein gutes Beispiel: Das Portal steigt im Segment „Portale“ von Rang 11 auf Platz 1 und erreicht mit 7,88 zugleich Platz 2 bei „Reise & Urlaub“. mobile.de zeigt ein ähnliches Doppelprofil: Platz 1 im Segment „Mobilität“ und zusätzlich eine Top-Platzierung unter den Portalen. Auch abo-direkt.de ist in beiden Bereichen ausgezeichnet – als Sieger bei „Freizeit & Unterhaltung“ sowie in der Spitzengruppe der Portale.

Preisfairness hat viele Gesichter

Gerade die Bandbreite der Sieger macht den Reiz der diesjährigen Ergebnisse aus. Neben bekannten Handelsketten und digitalen Plattformen stehen Unternehmen an der Spitze, deren Geschäftsmodelle kaum unterschiedlicher sein könnten: IKEA gewinnt bei „Haus & Garten“, WISAG Catering bei „Gastronomie & Service“, GLAMIRA bei „Uhren & Schmuck“, die Audi BKK bei „Versicherungen, Finanzen & Recht“. Letztere ist – ebenso wie Emirates – neu in der aktuellen Auswertung und startet unmittelbar auf Rang 1 ihres Segments.

Und auch Tedox bestätigt, dass Größe allein kein Garant für den Spitzenplatz ist. Der Renovierungs-Discounter verteidigt Rang 1 im mit 241 untersuchten Unternehmen besonders breit besetzten Segment „Bauen & Renovierung“ – vor toom Baumarkt und dem neu hinzugekommenen niederländischen Anbieter Tuinmaximaal. Damit bleibt ein Muster erhalten, das bereits die Vorjahresstudie prägte: Überdurchschnittliche Preisfairness ist weder auf eine bestimmte Branche noch auf eine bestimmte Unternehmensgröße oder Vertriebsform beschränkt. Entscheidend ist, ob Kundinnen und Kunden das Verhältnis von Preis und Leistung über längere Zeit hinweg als überzeugend erleben.

Genau darin liegt der besondere Aussagewert der Meta-Studie: Sie verdichtet zahlreiche einzelne Kundenurteile zu einer längerfristigen Perspektive – und zeigt, welchen Unternehmen es gelingt, Preisfairness nicht als Momentaufnahme, sondern als wiederkehrende Kundenerfahrung zu etablieren.

Einen Überblick über alle Preisträger finden Sie unter diesem Link.