Verdunstungskühler im Einzeltest: InstaChill von Livington

Verdunstungskühler im Einzeltest: InstaChill von Livington

Der nächste Sommer steht vor der Tür und nicht mehr lang, dann beginnt in vielen Wohnungen und Büros wieder das kollektive Schwitzen – Hochsaison für Ventilatoren und Klimaanlagen. Als Alternative zu den beiden gängigsten Kühl-Varianten präsentieren sich seit einiger Zeit sogenannte Verdunstungskühler. Doch wie sommertauglich sind diese Geräte wirklich?
Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) ist dieser Frage nachgegangen und hat einen Vertreter dieser Produktgruppe – den InstaChill Verdunstungskühler von Livington – auf Herz und Nieren geprüft.

Die Untersuchung des Geräts wurde in drei Testkategorien gegliedert, die mit unterschiedlicher Gewichtung in das Gesamtergebnis eingingen. Unter anderem wurden folgende Aspekte beleuchtet:

  1. Klimatisierung: Wie gut ist der Kühlungseffekt? Welchen messbaren Impact hat das Gerät auf die Luftfeuchtigkeit? Wie intensiv ist das Erfrischungsgefühl? Wieviel Strom wird dabei verbraucht? (50% der Gesamtwertung)
  2. Ausstattung: Wie groß ist das Tankvolumen? Gibt es eine Timer-Funktion? Wie wird der Lieferumfang bewertet? Ist das Gerät vielseitig zu bedienen? Wie hilfreich ist die Bedienungsanleitung? (25% der Gesamtwertung)
  3. Nutzungskomfort: Ist das Gerät benutzerfreundlich? Ist es leicht zu reinigen und zu transportieren? Wie wird die Lautstärke bewertet? (25% der Gesamtwertung)

Das Prinzip „Verdunstungskühlung“

So unbekannt der Begriff, so vertraut das Wirkungsprinzip: Wer aus dem Schwimmbecken steigt, empfindet zunächst ein Kältegefühl – nahezu unabhängig von der Außentemperatur. Dabei resultiert die Kältewahrnehmung einzig und allein aus der Verdunstung des Flüssigkeitsfilms auf der Haut. Und genau diesen Effekt macht sich ein Verdunstungskühler zum Vorteil: Anders als Klimaanlagen, die die gesamte Raumtemperatur in hohem Maße abkühlen, operieren Verdunstungskühler eher punktuell. Wasser wird aus einem Tank gezogen und durch ein Zirkelsystem gepumpt, die dabei entstehende Luftfeuchtigkeit lässt via Verdunstung auf der Haut des Nutzers ein Abkühlungsgefühl entstehen. Der Kühlungseffekt ist umso stärker, je kälter das Wasser im Wassertank ist. Das zirkulierende Wasser im Gerät ist das zentrale Unterscheidungskriterium zum herkömmlichen Ventilator. Zudem sorgen drei eingebaute Filter dafür, dass Schmutzpartikel aus der Luft herausgefiltert werden.
Entscheidend für den Wirkungseffekt ist, dass die Ausgangs-Luftfeuchtigkeit im Raum nicht zu hoch ist, damit der Verdunstungskühler sein Optimum an Leistung erreichen kann.

Klimatisierung

Bei der Beurteilung der Klimatisierungsleistung ist es wichtig, das Wirkungsprinzip im Hinterkopf zu haben. Denn: Der objektive Kühl-Effekt des InstaChill ist zunächst einmal nicht spektakulär. Im Labor (15m²) kühlte das Gerät im ersten Durchgang eine Raumtemperatur von 23,6°C innerhalb einer Stunde um 1,03° herunter, bei einer zweiten Anordnung mit 25,06°C Ausgangstemperatur betrug die Kühlleistung 1,77°C.
Aber: Im Luftstrom des Geräts selbst betrug die Differenz zur Umgebungstemperatur im Mittel bereits 2,9°C – und, wichtiger noch: Der subjektive Kühleffekt, der sich qua Wirkungsprinzip einstellt, wurde von den Testern durch die Bank weg als „sehr gut“ bewertet.

In Sachen Raumbefeuchtung ist der InstaChill ein schlafender Riese:
Er hob die Ausgangsfeuchtigkeit von 43,36% innerhalb einer Stunde auf 58,62% und nach einer weiteren Stunde auf 65,09% an. Diese Performance kann sich sehen lassen und durchaus mit der Leistung handelsüblicher Luftbefeuchter mithalten.
Weiterer Pluspunkt: Dabei hält sich der Stromverbrauch mit durchschnittlichen 80 Watt in überschaubaren Grenzen.

Ausstattung

Der Lieferumfang des InstaChill beinhaltet eine Fernbedienung, eine Bedienungsanleitung und Räder zum Anschrauben. Mehr muss auch nicht sein, denn das Gerät wird bereits betriebsbereit geliefert und kann nach der Befüllung mit Wasser quasi umgehend genutzt werden.
Während sowohl Design und Verarbeitung bei den Testern zu gefallen wussten, sahen sie bei der Bedienungsanleitung hinsichtlich Übersichtlichkeit und Verständlichkeit noch ein gewisses Optimierungspotential.
Mit einer Kabellänge von 2 Metern kommt der InstaChill in den meisten Fällen auch ohne Verlängerungen aus. Timer-Funktion und drei Geschwindigkeitsstufen wiederum bieten ausreichend Spielraum für individuelle Einstellungen.

Nutzungskomfort

Was bei vielen Klimaanlagen und Ventilatoren häufig bemängelt wird, ist die Lautstärke bei voller Betriebsleistung. Und der InstaChill? Mit gemessenen 66,03 dB – bei einem Abstand von 30 cm – ist das Gerät zwar nicht geräuscharm, befindet sich laut DB-Referenztabelle aber noch im angenehmen Bereich. Dennoch: An eine gewisse Geräuschkulisse muss man sich auch bei einem Verdunstungskühler wie dem InstaChill einstellen – gänzlich dezibelfreie Erfrischung kann auch er nicht bieten.
Mit der vorhandenen Fernbedienung lässt sich der volle Funktionsumfang des Gerätes einfach abrufen – und das bis zu einer Distanz von 20 Metern. Mit der Bedienungsfreundlichkeit und den Möglichkeiten waren die Testpersonen sehr zufrieden. Stichwort Bedienung: Ein Display ist nicht vorhanden, dafür diverse Knöpfe, mit denen die Funktionen reguliert werden können. Sie lassen sich einfach betätigen und sind in ihrer Darstellung selbsterklärend.

Im Vergleich zu anderen Verdunstungskühlern, die im Schnitt über acht Kilogramm wiegen, ist der InstaChill mit lediglich 6,4 Kilogramm ein Leichtgewicht. Dazu kommt die relativ platzsparende, turmförmige Konstruktion (28,1 cm x 28,1 cm x 89,9 cm), die den Transport des Geräts, das überaus stabil auf dem Boden steht, erleichtert. Das Befüllen des 8,5 l großen Wassertanks geht leicht von statten. Etwas aufwändiger hingegen ist die Entleerung: Da der InstaChill keinen entnehmbaren Wassertank besitzt, muss das Gerät zum Ablassen des Wassers beispielsweise über einer Badewanne manuell hochgehoben werden.
Der Hersteller empfiehlt bei regelmäßiger Nutzung mindestens alle 6 Monate eine Reinigung des Geräts. Darunter versteht man sowohl die Reinigung der Filter als auch des Innengehäuses. An beides gelangt der Nutzer über eine verschraubte, frei zugängliche Klappe an der Außenhülle des Geräts. Dieser Prozess ist nicht ganz einfach. Da aber eine Reinigung nur alles sechs Monate erforderlich ist, lassen sich diese Abstriche in puncto Komfort verwinden.

Fazit:

In der Gesamtwertung erhielt der InstaChill die Note 1,4 (sehr gut). Sein Produktversprechen „Kühle und Erfrischung an heißen Tagen“ vermag er nachweislich einzulösen. Jedoch sollte allen Nutzern klar sein, dass dafür Nähe und Platzierung des Geräts entscheidend sind, da das Funktionsprinzip nicht auf die generelle Absenkung der Raumtemperatur abstellt. Der InstaChill ist sicherlich kein High-End-Gerät – aber die Ausstattung ist absolut ausreichend und mit € 199,60 liegt er sogar knapp unter dem Preisdurchschnitt anderer Vergleichsprodukte. Auch wenn die Reinigung – zumindest beim ersten Mal – eine gewisse Fingerfertigkeit erfordert, so ist das Gerät allen in allem leicht zu bedienen und bietet alle nötigen Features.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der einzelnen Testkategorien des Tests sowie den Gesamtscore finden Sie hier.